Tagfahrlicht fürs Rennrad: Sinnvoll oder nicht?

Ich bin seit ein paar Monaten stolzer Besitzer eines Rennrades. Bisher war ich nur mit dem Mountainbike im Wald unterwegs. Über das Gesundheitsmanagement meines Arbeitgebers hatte ich mich jedoch mit einigen Kollegen für das öffentliche Fahrradrennen „Rund um Köln“ angemeldet. 68 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 25 km/h mit meinem 26 Zoll Mountainbike mit Profilreifen zu fahren erschien mir zu anstrengend. Es musste also ein Rennrad her. Neu kaufen wollte ich aufgrund der Kosten nicht. Zudem wusste ich nicht, ob ich am Rennrad fahren überhaupt dauerhaft Spaß habe. Also habe ich mir ein ungefähr 25 Jahre altes Bianchi Rennrad gekauft. Dieses stand bereits mehrere Jahre ungenutzt in einer Garage einer Kollegin. Nach einigen kleineren Investitionen war das Rennrad einsatzbereit für Rund um Köln.

Das Training

Nun musste also nur noch trainiert werden. Trainiert habe ich auf der zu fahrenden „Rund um Köln“ Strecke. Für mich sehr ungewohnt, hieß es nun, fast ausschließlich auf Hauptstraßen mit viel Verkehr zu fahren. Das war nicht immer angenehm. Zum einen waren da die vielen Fahrbahnschäden. Bei knapp 7 bar Luftdruck im Reifen und ohne jegliche Federung lernt man schnell schlaglochfreie Abschnitte zu schätzen. Zum anderen waren da die Autofahrer. Die meisten Autofahrer überholten in einem Abstand von mindestens 1,50m. Es gab jedoch Situationen, in denen es aus meiner Sicht sehr eng wurde. Rein subjektiv betrachtet fühlte ich mich auf der Straße nicht wirklich sicher. Hinzu kamen die aktuellen Unfallmeldungen aus Italien. Innerhalb kurzer Zeit waren 3 bekannte Sportler (Michele Scarponi, Julia Viellehner, Nicky Hayden) bei Rennradunfällen ums Leben gekommen. Und auch in Deutschland ereignen sich regelmäßig schwere Verkehrsunfälle an denen Rennradfahrer beteiligt sind.

Objektive Sicherheit

Im Jahr 2015 wurden laut Unfallstatistik 383 Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen getötet. Nur in meiner Altersklasse (35 bis 40 Jahre) sind 10 Radfahrer tödlich verunglückt. Wieviel davon mit einem Rennrad unterwegs waren, steht nicht in der Statistik. Bei einen Rennradanteil von etwas mehr als 5 % an allen Fahrrädern, werden wahrscheinlich 1 oder 2 Rennradfahrer meiner Altersklasse darunter sein.

Die rein objektive Sicherheit lässt sich jedoch kaum bestimmen. Dazu müsste man genau wissen, wer wieviel mit welchem Fahrrad unterwegs ist. Nur soviel steht fest: Fahrradfahren ist gefährlicher als zu Fuß gehen. Und Rennradfahren ist allein schon wegen der hohen Geschwindigkeit gefährlicher als mit dem Hollandfahrrad unterwegs zu sein.

Tagfahrlicht am Rennrad

Das Radrennen ist vorbei. Es hat super viel Spaß gemacht. Fahrrad zu fahren ohne an diversen Ampeln rum zu stehen ist echt super. Nächstes Jahr bin ich wieder mit dabei. Doch bis dahin wird mein Rennrad wohl größtenteils in der Garage stehen. Und das hängt mit meinem eigenen persönlichen Sicherheitsempfinden zusammen.

Ich selbst fahre sehr defensiv Fahrrad. Schließlich hat man im Falle eines Unfalls selbst den Schaden, auch wenn man nicht schuld ist. Damit kann ich das Unfallrisiko relativ gut kontrollieren. Auf alles, was von hinten kommt, habe ich jedoch keinen Einfluss. Das einzige was ich machen kann, ist mich und mein Rennrad so auffällig wie möglich zu gestalten. Neben einem auffälligen Trikot und Helm zählt dazu die Fahrradbeleuchtung. Ich spielte einige Zeit mit den Gedanken, mir das Tern Vizy Light als Tagfahrlicht zu kaufen. Dieses strahlt sowohl nach hinten als auch 360 ° nach unten. Das Leuchtbild hat aus meiner Sicht folgende zwei Vorteile:

  • Bessere Wahrnehmung durch den rückwärtigen Autoverkehr
  • Möglicherweise größerer Überholabstand durch den 360 ° Leuchtkegel nach unten

Doch ist das Tern Vizy Light überhaupt nach Straßenverkehrszulassungsordnung erlaubt?

Nach der 52. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 18. Mai 2017 ist am Fahrrad mittlerweile vieles erlaubt. So zum Beispiel, dass Scheinwerfer zusätzlich mit Tagfahrlicht- und Fernlichtfunktion und Schlussleuchten mit Bremslichtfunktion ausgestattet sein dürfen. Weiterhin gültig ist jedoch auch, dass blinkende Scheinwerfer unzulässig sind. Und hier kommt das Problem vom Tern Vizy Light. Es gibt 5 verschiedene Leuchtmodi. Es gibt jedoch keinen Modus, bei dem beide Lampen konstant leuchten. Die einzig annähernd legale Variante ist der Modus 4, bei dem das Rücklicht konstant leuchtet und das nach unten gerichtete Licht schnell blinkt. Ein weiterer Nachteil ist, dass das nach unten gerichtete Licht von anderen Verkehrsteilnehmer erst im Nahbereich wirklich wahrgenommen werden kann. Also ist das Tern Vizy Light nicht ganz optimal.

Das optimale Tagfahrlicht fürs Rennrad

Welche Kriterien muss das optimale Tagfahrlicht erfüllen? Nach meiner Meinung muss es leicht, hell, und zugelassen sein und eine ausreichend lange Akkulaufzeit haben. Doch welche Beleuchtung erfüllt diese Kriterien?

Nach Straßenverkehrszulassungsordnung wird das Tagfahrlicht in ABI.L 164 von 30.06.2010 geregelt. Danach muss die Lichtstärke mindestens 400 Candela betragen, maximal jedoch 1200 Candela. In der Regel wird bei der Fahrradbeleuchtung jedoch nicht die Lichtstärke sondern der Lichtstrom in Lumen oder spezifische Lichtausstrahlung in Lux angegeben.

Für den Normalverbraucher ist es daher fast unmöglich, die straßenverkehrsrechtliche Zulassung zu überprüfen. Auf der anderen Seite wird es wohl auch der Ordnungsbehörde nicht möglich sein, dies zu überprüfen. Wenn auf der Verpackung StvZO zugelassen steht, muss man sich dann wohl oder übel einfach mal drauf verlassen.

Meine Empfehlung

Tagfahrlicht fürs Rennrad ist definitiv sinnvoll. Laut einer dänischen Studie kann ein Tagfahrlicht am Fahrrad das Unfallrisiko um 19 % senken.

Ich habe mir als Tagfahrlicht für mein Rennrad das Blitzu Cyborg 168 T gekauft. Damit bin ich wirklich sehr zufrieden. Auch bei Tageslicht leuchtet das Rücklicht ausreichend hell und der Akku hält auch lange genug. Demnächst werde ich wahrscheinlich noch den dazu passenden Scheinwerfer Blitzu Cyborg 120 H kaufen.

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1 Antwort

  1. Thorsten sagt:

    Ein wirklich interessanter Artikel. Ich werde mir in Zukunft auch überlegen, ein Tagesfahrlicht an mein Rennrad zu montieren. Die Sicherheit geht nunmal vor.

    Lg

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