So schließen und öffnen sie den Sicherheitsgurt

Im Flugzeug wird Sicherheit groß geschrieben. So wird einem vor jedem Start genau erklärt, wie man den Sicherheitsgurt öffnet und schließt. Ich frage mich dann immer, ob es wirklich noch jemanden gibt, der das nicht weiß. Wahrscheinlich kommt dies einmal in einem Jahr auf genau einen Flug vor. Nachdem die Flugbegleiter alles zur Sicherheit an Bord gesagt haben, wird abschließend noch genau geprüft, ob man aufgepasst hat und weiß, wie man sich anschnallt. Hat man sich nicht angeschnallt, gibt es eine höfliche Erinnerung. Im Flugzeug ist somit zumindest zum Start und zur Landung wahrscheinlich fast jeder auch angeschnallt. Das sich jedoch nicht jeder gerne am Sitz „fesseln“ lässt, zeigt sich dann kurz nach der Landung. Das Flugzeug ist gelandet und hat die Parkposition erreicht. Das Anschnallzeichen ist aber noch nicht erloschen. Gefühlt 99 % der Passagiere stehen jedoch bereits im Gang wenn das Anschnallzeichen letztendlich ausgeht.

Im Gegensatz zum Flugzeug wird man im Auto nicht vor jedem Start darauf hingewiesen wie der Sicherheitsgurt funktioniert und ob man sich nun angeschnallt hat oder nicht, überprüft auch niemand – es sei denn ein Mitfahrer tut dies. Doch mittlerweile gibt es bereits in vielen neueren Autos bereits serienmäßig einen Gurtwarner. Schnallt man sich nicht an und überschreitet eine gewisse Geschwindigkeit, gibt dieser eine akustische und/oder optische Warnung. Vielen scheint dies Warnung jedoch nicht zu gefallen. Gibt man bei Google „Gurtwarner“ ein, schlägt die Autovervollständigung „deaktivieren“ vor. Die Deaktivierung ist jedoch ganz einfach: Man schnallt sich einfach an! Und schon gibt es kein Problem mehr. In Internetforen liest man jedoch dann auch Tipps zum deaktivieren wie, drücke 3x die Bremse, renne dann 5x ums Auto, schließe und öffne dann 10x den Sicherheitsgurt in einer Minute und mache dann noch einen Handstand. Mein absoluter Lieblingstipp ist jedoch dieser: Fahre zum Schrottplatz und hol dir da ein Gurtschloss-Gegenstück. Da wird sich im Falle eines Unfalls der Unfallgutachter aber wundern…

Eigentlich kann man im europäischen Vergleich mit der Gurtanlegequote in Deutschland recht zu frieden sein. Die Gurtanlegequote beträgt für Autoinsassen 98 %. Auf der anderen Seite bedeutet dies jedoch auch, dass 2 % der Autoinsassen nicht angeschnallt sind. Doch was bedeuten 2 % eigentlich? Nehmen wir mal an, einer der nicht angeschnallten Verkehrsteilnehmer sitzt im Himmel auf einer Wolke und hat Langeweile. Er kommt auf die Idee die Anzahl derjenigen zu zählen, die wie er damals, nicht angeschnallt im Auto unterwegs sind. Da er Zeit hat zählt er einen ganzen Tag die Autos auf einer relativ stark befahrenen Landstraße. Im Ergebnis stellt er fest, dass von den 15.000 Autofahrern die er beobachtet hat, genau 300 nicht angeschnallt waren. Mit soviel potenziellen neuen Freunden hätte er dann doch nicht gerechnet.  Was ich damit sagen will ist, dass der prozentuale Anteil der Unangeschnallten sehr gering ist, absolut betrachtet die Zahlen jedoch doch gar nicht so gering sind.

Jetzt sagt vielleicht der ein oder andere, dass man doch Airbags hat, die einem im Fall eines Unfalls das Leben retten. Wenn ihr nach einem Verkehrsunfall jedoch noch auf dem Sitz sitzen wollt, auf den ihr euch beim Einsteigen gesetzt habt, dann müsst ihr euch anschnallen. Was passiert, wenn man sich nicht anschnallt, zeigt nachfolgendes Video.

Videoquelle: www.youtube.com/shroomingnewman

Keine Sorge, der Fahrer ist unglaublicherweise mit leichten Verletzungen davon gekommen. Doch das hätte auch wirklich tödlich enden können. In diesem Fall war sein Glück, dass kein anderer mit im Fahrzeug saß und er auch nicht aus dem Auto geschleudert wurde. Glaubt mir, bei einem Verkehrsunfall aus dem Auto geschleudert zu werden ist eine Sache, die man nicht wirklich will. Da wird man bspw. gegen eine hartes Hindernis wie einen Baum geschleudert – nicht gut. Oder man schleift schön auf den Asphalt lang – auch nicht unbedingt toll. Oder man wird vom eigenen Auto erschlagen – das wäre ärgerlich. Oder man wird von einen entgegenkommenden Auto überfahren – muss nicht sein. Nee, da schnall ich mich doch lieber an und bleib im Falle eines Unfalls in meinen schönen, warmen Auto.

Ich wage mal die These, dass die Wahrscheinlichkeit für tödliche Verletzungen bei einem Autounfall mittlerweile sehr gering ist. Jeder kann also heutzutage eine Autounfall überleben. Eine wesentliche Überlebensvoraussetzung eines Autounfalls ist jedoch, dass man angeschnallt ist. Natürlich sollte man sich auch an die geltenden Verkehrsregeln halten – insbesondere an die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Wenn man mit 200 gegen den Baum kracht, hilft auch der beste Gurt nicht mehr. Also Leute, schnallt euch an – zu eurer eigenen Sicherheit.

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