Mopedführerschein – Ja oder nein?

Endlich 16. Nun steht dem Mopedführerschein (Führerschein der Klasse AM oder A1) nichts mehr im Weg. Demnächst ist die Klasse AM vielleicht schon sogar ab 15 Jahren möglich. Aktuell läuft der Modellversuch „Moped mit 15“ in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sollte der Versuch positiv verlaufen, könnte das ab 2018 in allen Bundesländern möglich sein.

Doch wie gehe ich eigentlich damit um, wenn mein Kind mit 16 den Führerschein der Klasse A1 machen will? Mit dem Führerschein der Klasse A1 können Krafträder mit einem Hubraum von bis zu 125 cm³ und einer Motorleistung von nicht mehr als 11 kW, bei denen das Verhältnis der Leistung zum Gewicht 0,1 kW/kg nicht übersteigt, gefahren werden. Somit kann man beispielsweise mit der KTM 125 Duke herum cruisen. Bei einem Test schaffte die KTM 125 Duke immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h.

Ganz ungefährlich ist das ja nicht oder? Immer wieder liest man über schwere Moped- und Motorradunfälle. Doch wie gefährlich ist es eigentlich sein Kind mit 16 Jahren mit einem Kraftrad herum fahren zu lassen, welches schneller als 100 km/h fahren kann?

Schauen wir mal in die aktuelle Unfallstatistik. In der Altersklasse 15 bis 18 verunglückten im Jahr 2015 insgesamt 7 Fahrer und Mitfahrern von Krafträdern mit Versicherungskennzeichen (Klasse AM) und 25 Fahrer und Mitfahrer von Krafträder mit amtlichen Kennzeichen (Klasse A1) tödlich. Bei insgesamt 3.214 getöteten Verkehrsteilnehmern in 2015 ist der prozentuale Anteil sehr klein (1 %). Ehrlich gesagt hatte ich mit einer deutlich höheren Anzahl gerechnet. Das Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, ist jedoch nach einer Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer für einen Mofa und Mopedfahrer sechs Mal höher als für einen Autofahrer.

Ob man dieses Risiko eingehen will muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Nach meiner Einschätzung ist der Mopedführerschein in Städten nicht unbedingt notwendig, da hier mit Bus und Bahn bzw. Fahrrad jede Menge Alternativen vorhanden sind. Im ländlichen Raum sieht es da schon anders aus.

Ist die Entscheidung pro Führerschein gefallen, sind folgende Punkte zu berücksichtigen, um das Risiko eine Unfalls zu verringern:

1.) Sind die körperlichen und geistigen Voraussetzungen erfüllt

Wenn ihr Kind nicht sicher Fahrrad fahren kann, dann sollte es besser nicht Moped fahren. In diesen Fall gilt es zunächst erstmal dafür zu sorgen, dass das Fahrrad fahren sicher beherrscht wird.

Auch für Kindern die sehr impulsiv und oder agressiv sind, ist der Führerschein fürs Moped nicht unbedingt empfehlenswert. Gerade beim Moped fahren ist es wichtig, jederzeit die Ruhe zu bewahren und vor allem defensiv zu fahren.

2.) Die richtige Fahrsschule finden

Im besten Fall hat die Fahrschule das Qualitätssiegel des Institut für Zweiradsicherheit. Da dieses Siegel leider noch nicht sonderlich weit verbreitet ist, gilt es insbesondere folgende Fragen zu stellen:

  • Bilden sich die Fahrlehrer regelmäßig zweiradspezifisch fort?
  • Begleitet der Fahrlehrer den Fahrschüler überwiegend mit dem Motorrad?
  • Fährt der Fahrlehrer die Grundfahraufgaben und bei Überlandfahrten die Kurvenpassagen vor?
  • Tragen Fahrschüler und Fahrlehrer vollständige Schutzbekleidung?

Können alle diese Frage positiv beantwortet werden, ist die Fahrschule geeignet.

3.) Informieren über die Gefahren

Hierzu gibt es diverse Internetseiten auf denen man sich informieren kann. Zu empfehlen ist der Besuch der Seiten Motorrad: Aber sicher sowie Zweiradsicherheit. Ansonsten kann ich euch nur empfehlen mit Freunden zu sprechen, die schon einen Unfall hatten. Und glaubt mir, da dürftet ihr sehr schnell jemanden finden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Teilnahme am P.A.R.T.Y. Präventionsprogram. Im Rahmen des Programmes wird eine Unfallklinik besucht und man durchläuft alle Stationen eines polytraumatisierten Patienten. Ruft da einfach mal an und fragt nach wie es betreffend eines Termines in eurer Gegend aussieht. Oder fragt in der Schule nach.

Wem das noch nicht reicht, der sollte sich persönliche Berichte wie „Vier Sekunden ändern alles“ (René Heinen) und „Motorradfahren mit Sweatshirt und Jeans? Keine gute Idee“ (Brittany Morrow) genauer anschauen.

Ansonsten kann ich euch nur empfehlen euren Kindern regelmäßig Fahrsicherheitstrainings zu schenken. Diese werde zum Teil auch von den Berufsgenossenschaften bezuschusst.

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