Per Autopilot in den Tod

Am 07. Mai 2016 ereigneten sich diverse Verkehrsunfälle. Einer davon war jedoch außergewöhnlich. In Florida fuhr ein Tesla Model S mit eingeschalteten Autopilot in einen kreuzenden Lkw. Der Fahrer des Tesla´s starb bei dem Unfall. Der Autopilot hat den Lkw nicht erkannt und keine Bremsung eingeleitet. Doch warum nicht?

Diese Frage beantwortet ein nun veröffentlichter Bericht des US amerikanischen Verkehrsministeriums. Laut Bericht kann die ausbleibende Bremsung mit den Grenzen des Notbremsassistenten begründet werden. Das automatische Notbremssystem ist darauf programmiert, Auffahrunfälle zu verhindern. Dazu gleicht eine Software die Daten der vorausschauenden Kamera im Tesla mit Fotos von Fahrzeughecks ab. Wird das Fahrzeugheck nicht als solches erkannt, wird auch keine Notbremsung ausgelöst. Bei dem Unfall handelte sich jedoch nicht um einen Auffahrunfall sondern um einen Kreuzenunfall. Die Software hat das Kamerabild der Seite des Lkw´s nicht als Gefahrenquelle eingestuft.

Nach dem Unfall hat Tesla sein Autopiloten sowohl hardware als auch softwaretechnisch aufgerüstet. Statt einer Kamera arbeitet die neue Version nun mit 4 Kameras. Wenn man will kann man zudem das Paket „Volles Potenzial  für autonomes Fahren“ buchen. Dieses arbeitet dann mit 8 Kameras, um voll autonomes Fahren für die meisten Szenarien ermöglichen zu können. Unabhängig von den Updates sind jedoch folgende Punkte wichtig zu wissen, bevor man den Autopilot benutzt – dies gilt in gleicher Weise auch für die „Autopiloten“ von Audi, Mercedes BMW und Co.:

1. Bedienungsanleitung lesen

Eigentlich liest heutzutage ja keiner mehr eine Bedienungsanleitung. Im Fall eines solchen sicherheitsrelevanten Systems wie dem des Autopiloten ist dies jedoch elementar. Nur so lernt man die Grenzen des Systems kennen.

2. Kenne die Grenzen des Systems

Derzeit soll der Autopilot nur auf Autobahnen genutzt werden. Dies hängt damit zusammen, dass auf Autobahnen keine Autos andere Autos kreuzen müssen. Des Weiteren kann der Autopilot Gefahren die durch Spurwechsel anderer Fahrzeugführer entstehen nicht richtig einschätzen. Beispielsweise wenn das vor euch fahrende Fahrzeug vor einem Stauende spontan noch auf eine freie Fahrspur wechselt. Oder ein anderer Verkehrsteilnehmer direkt vor euch einschert.

3. Konzentriere dich immer auf die Fahraufgabe

Eigentlich soll der Autopilot eine gewisse Entlastung von der Fahraufgabe bringen. Man muss sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass man jederzeit auf Situationen reagieren muss, welche den Autopiloten noch überfordern. Das wird wohl zukünftig noch schwieriger werden, wenn der Autopilot nur noch ganz selten Fehler macht und man selbst eigentlich fast nie eingreifen muss.

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