Autokauf – Entscheidungskriterium Verkehrssicherheit

Vision erfüllt – so heißt der Slogan zur neuen S-Klasse. Wenn Geld keine Rolle spielt, ist dieses Fahrzeug die erste Wahl. Wahrscheinlich ist die S-Klasse derzeit das sicherste Auto der Welt. Alle neuen Sicherheitsassistenten der S-Klasse werden im folgenden Video sehr ausführlich erklärt: Intelligent Drive.  Es scheint schon fast unmöglich, mit diesem Auto einen Verkehrsunfall zu verursachen.

Die meisten von uns werden sich ein solches Fahrzeug jedoch nicht leisten können. Für alle mit mittleren Einkommen, die ein sicheres Auto suchen, ist die Internetseite von Euro NCAP die erste Anlaufstelle. Im Rahmen von EuroNCAP werden Standardunfallsituationen nachgestellt und die Auswirkungen auf die Insassen im Fahrzeug beurteilt. In die Gesamtbeurteilung fließt zudem die Sicherheitsausstattung des Fahrzeuges sowie der Fußgängerschutz mit ein. Ein Auto mit der besten Bewertung zu finden (5 Sterne) ist relativ einfach, da viele der neueren Fahrzeuge alle sicherheitsrelevanten Kriterien erfüllen. Es gibt aber hin und wieder Ausnahmen. Im Jahr 2012 erhielten 25 von 36 getesteten Fahrzeuge die 5 Sterne.  Das schlechteste Ergebnis im Jahr 2012 waren nur 2 vergebene Sterne. Ganz klar, wer ein sicheres Auto haben will, nimmt eines mit der besten Bewertung. Wer das ins Auge gefasste Fahrzeug bei Euro NCAP nicht findet, der kann auch alternativ bei Global NCAP danach suchen.

So jetzt wird es etwas schwieriger. Wie kaufe ich bei begrenzten finanziellen Ressourcen ein sicheres Auto? Euro NCAP hilft hier nicht weiter, da Euro NCAP erst seit 2010 Ergebnisse veröffentlicht.  Wenn man das Auto nicht regelmäßig benötigt, sollte man mal über CarSharing nachdenken. Grob sagt man, dass sich CarSharing lohnt wenn man nicht mehr als 10.000 km pro Jahr fährt und das Auto nicht täglich braucht. Wenn also bei euch gleich um die Ecke eine Station liegt bzw. beim stationsungebundenen System regelmäßig Fahrzeuge in Wohnungsnähe stehen, ist dies sicherlich eine gute Alternative zum eigenen Auto. CarSharing hätte zudem den Vorteil, dass man immer auf neue Fahrzeuge mit einem relativ hohen Sicherheitsstandard zurückgreifen kann.

Wenn CarSharing nicht in Frage kommt, geht man bei der Suche nach einem sicheren Auto wie folgt vor: Bei der Auswahl im Internet sollte man sich nur Autos anzeigen lassen, die über Front- und Seitenairbags, ein Antiblockiersystem der Räder beim Bremsen (ABS) und das elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) verfügen. Das Auto selbst sollte nicht älter als 10 Jahre sein – wegen Steifigkeit der Fahrzeugkarosserie. Bei der Anwendung dieser Kriterien werden auf den bekannten Internetseiten ausreichend Fahrzeuge ab 1.000 € angezeigt. Von diesen sucht man sich jetzt das „schönste“ im Budget liegende Auto aus.

Bei der Besichtigung des Fahrzeuges gilt es folgende verkehrssicherheitsrelevante Dinge zu prüfen:

+ REIFEN – Diese sollten nicht älter als 7 Jahre sein. Das Alter der Reifen zeigt die vierstellige DOT Nummer – wobei die ersten beiden Zahlen für die Woche und die zweiten für das Herstellungsjahr stehen. Steht da also 4303 dann bedeutet dies, dass der Reifen in der 43. Woche des Jahres 2003 produziert wurde. Zudem sollten die Reifen keine sichtbaren Beschädigungen und deutlich mehr als die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm haben. Bei der Prüfung der Mindestprofiltiefe ist darauf zu achten, dass die Lauffläche auch schön gleichmäßig abgefahren ist. Des Weiteren achtet bei der Prüfung der Reifen darauf, dass auf einer Achse nicht unterschiedliche Reifentypen montiert sind.

+ BREMSEN – Einen Bremstest solltet ihr auf jeden Fall durchführen. Dabei ist es wichtig, dass die Bremse nach betätigen von ungefähr 1/3 des Bremspedals beginnt zu bremsen. Beim Bremstest sollte ihr auch darauf achten, dass das Fahrzeug nicht in eine Richtung zieht. Wie stark die Bremse bereits verschlissen ist, zeigt die Prüfung des Bremsbelages sowie der Bremsscheibe. Die Bremsscheibe sollte im besten Fall noch schön glatt (ohne Riefen) und der Bremsbelag ausreichend dick sein. Am besten fragt ihr nach, wann zuletzt die Bremsen erneuert wurden (lasst euch die Rechnung zeigen). Sind seit diesem Zeitpunkt schon mehr als 100.000 km zurückgelegt worden, sollte ihr noch mal genauer hinschauen. Die Handbremse kann man ganz einfach prüfen, indem man diese im Stillstand zieht und versucht im 1. Gang loszufahren. Falls ihr losfahren könnt, ist die Handbremse in ihrer Funktion eingeschränkt.

+ GURT – Beim Gurt sollte man sowohl die Funktion als auch den Zustand überprüfen. Die Funktionsprüfung erfolgt einfach durch ruckartiges Ziehen am Gurt. Bei der Prüfung des Zustandes solltet ihr darauf achten, dass der Gurt frei von Beschädigungen oder irgendwelchen ungewöhnlichen Spuren ist.

+ ABS – Das ABS kann man prüfen, indem man eine Vollbremsung macht – dabei ist darauf zu achten, dass niemand hinter euch fährt. Wenn es quietscht und qualmt hat das Auto entweder kein ABS oder das ABS ist nicht funktionsfähig.

+ ESP – Das sollte man nicht wirklich prüfen. Wenn jedoch während der Fahrt die ESP Lampe im Armaturenbrett leuchtet, ohne das man gerade einem Elch ausweicht, dann scheint zumindest ein Fehler vorzuliegen.

+ AIRBAGS – Die kann man natürlich auch nicht wirklich prüfen. Prüfen sollte man jedoch auf jeden Fall das Vorhandensein und zudem sollte während der Fahrt die Airbag Lampe im Armaturenbrett nicht leuchten.

Wenn alle diese Punkte in Ordnung sind, spricht zumindest aus sicherheitstechnischer Sicht nichts gegen den Kauf des Fahrzeuges. Man sollte jedoch vor dem Kauf noch fragen, ob es sich um ein Unfallfahrzeug handelt. Beneint der Verkäufer die Frage sollte man trotzdem das Fahrzeug auf offensichtliche Unfallspuren bzw. Spuren von Unfallreparaturen prüfen. Auf Unfallreparaturen deuten Arbeitsspuren an Schrauben von Karosserieteilen, unterschiedliche Spaltmaße zwischen Karosserieteilen sowie überlackierte Gummidichtungen hin.

Viel Spaß beim Autokauf…

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